Vertreter der Stadt diskutieren mit Pfadis über “Sicherheit in Brilon”
Im Alfred-Delp-Haus mussten sogar noch Stühle nachgestellt werden - so unerwartet groß war der Andrang, als am Dienstag, den 09.03.10 um 20.00 die lang erwartete Diskussion zum Thema “Sicherheit in Brilon” stattfinden sollte.
Der Bürgermeister hatte sich bereit erklärt, mit den Pfadfindern über dieses Thema zu sprechen, und so hatte der Pfadi-Trupp “Lenz” die JFKs, die Rover und die Eltern, sowie alle Leiter und Referenten eingeladen, an diesem Gesprächsabend teilzunehmen. “Das Thema geht uns alle an” - das war der Tenor, da Ängste und Besorgnisse doch manchen quälen, der nach Einbruch der Dunkelheit entweder selbst in der Stadt unterwegs ist oder ein Kind hat, das dort eventuell in Schwierigkeiten geraten könnte.
30 Gesprächsteilnehmer aus allen Gruppen, Eltern wie Jugendliche, haben sich eingefunden im großen Gruppenraum im ADH - doch auch Herr Schrewe ließ sich keineswegs lumpen und brachte außer Motivation auch noch die Leiterin des Ordnungsamtes Frau Wigge, sowie den Leiter der hiesigen Polizei Herrn Schlenger mit, nebst einer großen Menge Fakten, Daten und Zahlen, anhand derer sich ein klareres Bild ergeben sollte.
2 Stunden lang diskutierte man miteinander in einer persönlichen Runde im Stuhlkreis, und “dicke Luft” herrschte höchstens ganz am Ende, weil die Fenster aufgrund der Außentemperatur die ganze Zeit geschlossen bleiben mussten.
Es kam doch einiges Erstaunliche zu Tage, was insgesamt vielleicht ein wenig zur Beruhigung beitragen könnte. So liegt Brilon in der Kriminalstatistik etwa im Mittelwert und sogar etwas unter den übrigen alten Kreisstädten. Es gab nur relativ wenige (zur Anzeige gebrachte) Körperverletztungen, die dann zumeist auch noch unter Personengruppen stattfanden, die sich persönlich kannten und Streitigkeiten auszutragen hatten.
Das ändert allerdings nichts an der Tatsache, dass Jugendliche wie Erwachsene auch tagsüber angepöbelt werden, was natürlich zu einem eher angespannten Klima beiträgt. Auch rieten die drei Vertreter der Stadt dringend dazu, sich nachts nicht allein in der Stadt zu bewegen, im Zweifelsfall ein Taxi zu nehmen oder sich abholen zu lassen. Die Fürsorge(pflicht) der Eltern wurde immer wieder betont, auch im Zusammenhang mit der Einhaltung des Jugenschutzgesetzes, die von der Stadt allein nicht im genügenden Ausmaß kontrolliert werden könnte. Jugendliche unter 16 Jahren haben keinen Zutritt in Kneipen und Diskotheken, jenseits der 16 Jahre nur bis 24.00 Uhr. Auch das Rauchen in der Öffentlichkeit ist unter 18 untersagt.
Die Bedrohung, die derweil von Grüppchen, die sich in der Stadt aufhalten, ausgehe, sei im Gegenzuge aber weitestgehend subjektiv, wurde gesagt. Viel habe mit Vorurteilen zu tun; die Berührungsängste verschiedener Jugendlichen-Gruppen untereinander stünden einem friedlichen Zusammenleben mehr im Weg, als dass sie nützten. In jedem Falle stünde die Polizei aber bereit, um auf Anruf einzugreifen, und das in einem Zeitfenster von durchschnittlich 12 Minuten - in der Stadtmitte Brilons selbstverständlich schneller als in einem der Dörfer weiter außerhalb.
Der Pfadi-Trupp “Lenz” bedankt sich herzlich bei Herrn Schrewe, Frau Wigge und Herrn Schlenger für die Zeit, die sie geopfert haben, sowie bei den Mitgliedern der anderen Trupps und vor allem bei den Eltern, dass sie der Einladung so zahlreich gefolgt sind! Wir hoffen, dass es für alle ein möglichst angenehmer Abend gewesen ist, der zur Klärung einiger offener und teils brennender Fragen beigetragen hat.
Der Beitrag wurde am Donnerstag, den 11. März 2010 um 12:13 Uhr von Anna veröffentlicht und wurde unter Start, nicht zugeordnet, Pfadfinder abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.
Bisher noch keine Kommentare vorhanden. »
Bisher sind noch keine Kommentare vorhanden.
RSS-Feed für Kommentare zu diesem Beitrag. TrackBack-URI
Einen Kommentar hinterlassen.